









Am Fundament der Demokratie
Eine gestalterische Antwort auf den geplanten Reichstagsgraben
Weltweit steht die Demokratie unter Druck. Eine Krise nach der anderen bricht über sie herein, rechte und populistische Strömungen gewinnen immer mehr Zuwachs. Auch die deutsche Demokratie hat zu kämpfen mit einer steigenden Anzahl von Menschen, die enttäuscht, besorgt und wütend sind. Sie fühlen sich von der Politik nicht mehr gehört.
Seit einigen Jahren ist in Berlin eine Sicherheitsarchitektur mit potenziell großem Symbolcharakter in Planung: ein Graben um das deutsche Parlament. Ein Graben vor dem Parlament Deutschlands könnte ein falsches Signal senden: Rückzug und Abschottung der Politik. Dabei erfüllt das Reichstagsgebäude mit 2,5 Millionen Besuchenden jährlich eine wichtige repräsentative Funktion für die deutsche Demokratie.
Das Gestaltungskonzept „Fundament der Demokratie“ deutet den Graben von einer reinen Sicherheitsmaßnahme zu einem Ort der Reflexion um. Über die Metapher des Grabens als Prozess wird die Betonwand des Sicherheitsgrabens umgedeutet zu einem Erdquerschnitt, der das Fundament der Demokratie freilegt. Themen und Inhalte des Fundaments werden über zylinderförmige Medienträger, Kerne, erzählt, die als Schubladensystem in die Wand eingelassen sind. Besuchende werden zu Forscher*innen, die Kern für Kern dem Fundament der Demokratie auf den Grund gehen können.
Jeder Kern ist über einen individuellen Kerncode identifizierbar, der außerdem Zugang zu einem digitalen Archiv bildet. Das digitale Begleitkonzept zum Fundament ist hauptsächlich ein Tool für Inklusion und Partizipation. Besucher*innen können sich über eigene Themenvorschläge in die Gestaltung des Fundaments einbringen. Das Archiv kann sowohl online, als auch über Medienstationen vor Ort abgerufen werden.
Bachelorarbeit, 2026